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Vorlesungsbetrieb Experimentalphysik

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Gustav Ludwig Hertz (1887 -1975)

deutscher Mathematiker und Physiker

Gustav Ludwig Hertz wurde am 22. Juli 1887 in Hamburg geboren. Er absolvierte das Realgymnasium des Johanneums in Hamburg und studierte Mathematik und Physik in Göttingen und München. Nach einem einjährigen Militärdienst wechselte er 1908 an die Friedrich Wilhelms-Universität-Berlin, wo er bei Heinrich Rubens promoviert wurde. Während seiner Assistentenzeit am physikalischen Institut der Berliner Universität begründete er eine intensive Zusammenarbeit und Freundschaft mit James Franck. Gemeinsam konzipierten sie 1912/13 Elektronenstoßversuche, die sich später als eine wesentliche Stütze der Bohrschen  Atomtheorie und der Quantentheorie erwiesen und unter dem Namen Franck-Hertz-Versuch in die Geschichte eingehen sollten. 1926 erhielten James Franck und Gustav Hertz dafür den Nobelpreis für Physik. 1927 erhielt er einen Ruf an die Technische Hochschule Charlottenburg. In Berlin leitete er den Neubau des Physikalische Institutes und arbeitete an der Gasdiffusion. Er errichtete eine mit Diaphragmen arbeitende Trennkaskade, mit der ihm 1934 die Trennung der Neon-Isotope 20 und 22 sowie die Reindarstellung des schweren Wasserstoffs gelang. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung musste er 1935 unter den Nationalsozialisten sein Lehramt niederlegen. Er übernahm die Leitung des Forschungslabors der Siemens AG in Berlin. 1945 ging er dann in die damalige Sowjetunion und arbeitete in einem eigens für ihn geschaffenen Institut in der Nähe von Suchumi (Georgien) an der Anreicherung des Uran-Isotops 235. 1954 ging er als Direktor des physikalischen Instituts an die Karl-Marx-Universität nach Leipzig in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und blieb dort bis zu seiner Emeritierung 1961. Als Vorsitzender des „Rats für die friedliche Anwendung der Atomenergie beim Ministerrat der DDR“setzte sich Gustav Hertz für die Atomenergienutzung ein. Er war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Akademien wie z.B. der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin.

Er verstarb am 30. Oktober 1975 in Berlin.

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