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Abhängigkeit der Ausbreitungsgeschwindigkeit einer ebenen Welle von der Wassertiefe
Kurzbeschreibung
Zur Funktionsweise der Wellenwanne siehe Versuch1661
Dieser Versuch beschäftigt sich mit der Veränderung der Fortlaufgeschwindigkeit einer ebenen Welle mit der Wassertiefe, wobei die ebene Welle mit einem Schieber erzeugt und die unterschiedliche Wassertiefe durch das Einbringen einer zusätzlichen Platte am Grund der Wellenwanne simuliert wird.
Skizze der Versuchsanordnung (Aufsicht)

Versuchsdurchführung / Beobachtung
Eine zusätzliche rechteckige Platte wird in die Wanne eingebracht
und der Wasserstand derart angepasst, dass die Platte gerade noch vollständig
mit Wasser bedeckt wird. Natürlich ist auch hier wie bei allen Versuchen
mit dem Schieber insbesondere auf die waagerechte Ausrichtung der Wanne
zu achten, die mittels der angebrachten Verstellschrauben durch Orientierung
am Wasserstand erreicht wird. Dann wird der Schieber am unteren Ende der
Wanne positioniert und die Erregerfrequenz und Amplitude so eingestellt
dass ein deutliches Bild entsteht.
Man beobachtet im Bereich vor der Platte sich in konstantem Abstand abwechselnde
Intensitätsmaxima und –minima, während sich die Wellenlänge
im Bereich der Platte deutlich verkürzt. Um diese Zustände
quantitativ zu erfassen wird mit der Stroboskopbeleuchtung die Wellenbewegung eingefroren
und auf dem Plexiglas-Aufsetztisch auf einem Blatt Papier mit Lineal und Stift beispielsweise die Projektionen
der Wellenberge aufgetragen.
Auswertung und Erklärung
Für den Zusammenhang zwischen Ausbreitungsgeschwindigkeit c der Welle,
Erregerfrequenz f und Wellenlänge λ gilt: c = λ·f
Wählt man in der erstellten Zeichnung zwei Wellenberge in möglichst
großem Abstand und teilt diesen durch die Anzahl der dazwischenliegenden
Wellenlängen, so erkennt man, dass die Wellenlänge im Bereich
der Platte deutlich kleiner ist als davor. Daraus ergibt sich aufgrund
des obigen Zusammenhangs ebenfalls, dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit
im flachen Wasser kleiner ist als im tiefen Wasser.
Der Brechungsindex beim Übergang vom tiefen ins flache Wasser ist
also größer als 1, woraus man ableiten kann, dass sich Wasserwellen
beim Übergang vom tiefen ins flache Wasser genauso verhalten wie
Lichtwellen beim Übergang von einem dünneren in ein dickeres
Medium. Dies wird auch bei weiteren Versuchen Aufschluss geben über
das Brechungsverhalten von Wasserwellen.
Anzumerken ist, dass der Brechungsindex zwar prinzipiell durch weiteres
Erniedrigen des Wasserstandes vergrößert werden könnte,
dies aber experimentell zunehmend schwieriger quantitativ zu erfassen
ist, da mit abnehmender Wassertiefe die Dämpfung zunimmt und der
gesamte Versuch somit durch immer stärkere Absorptionsverluste beeinträchtigt
wird.
Betriebsanweisungen: Lampen, Elektrogeräte
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