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Niels Hendrick Bohr (1885 - 1962)

dänischer Physiker
Niels Hendrik Bohr wurde am 7. Oktober 1885 in Kopenhagen geboren.
Niels Bohr studierte ab 1903 an der Universität Kopenhagen,wo er 1909 diplomierte und 1911 promoviert wurde. Im Anschluss ging er an Cavandish Laboratory in Cambridge, um bei Joseph Thomson Kernphysik zu studieren. Doch bereits im März 1912 begab er sich an die Universität Manchester, um mit Ernest Rutherford zusammenzuarbeiten. Hier erarbeitete er die theoretischen Grundlagen für das Bohrsche-Atommodell. 1913 wurde er Dozent an der Universität Kopenhagen. In diesem Jahr erschien auch seine epochemachende Arbeit «Die Elektronenbahnen innerhalb des Atoms», mit der er die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Welt erregte. Das damit geschaffene Atommodell war richtungsweisend für die ganze weitere Entwicklung der Atomphysik.Von 1914 bis 1916 war er auf Einladung Rutherfords wieder in Manchester, danach ging er als Professor nach Kopenhagen zurück. 1918 stellt er das Bohrsche Korrespondenzprinzip auf, welches besagt, dass die Quantenmechanik im Grenzfall klassisch-mechanischen Prinzipien entspricht. 1920 wird ihm das Institut für theoretische Physik in Kopenhagen eingerichtet, dem er zeitlebens als Direktor vorstand. 1921 entwickelt Bohr das "Aufbauprinzip" und liefert damit eine theoretische Erklärung der chemischen Elemente. Die äußeren Schalen der ring- bzw. schalenförmig angeordneten Elektronen bestimmen die chemischen Eigenschaften des Atoms. 1922 erhielt er für seine Forschungen über die Feinstruktur der Atome den Nobelpreis für Physik Er beschäftigte sich mit der Messbarkeit der elektrodynamischen Feldgrößen, mit Fragen der Kernphysik und entwickelte unter anderem das sogenannte Tröpfchenmodell des Kerns sowie eine Theorie zur Kernspaltung. 1943 musste Bohr, da er jüdische Vorfahren hatte, vor den Nazis nach Schweden fliehen. Von dort wurde er vom britischen Geheimdienst in die USA geholt, um unter dem Decknamen Nicholas Baker am «Manhattan-Projekt» in Los Alamos an der Entwicklung und Herstellung der Atombombe mitzuarbeiten. Nach Kriegsende kehrte er 1945 nach Kopenhagen zurück und nahm aktiv an der Gründung des Europäischen Zentrums für Kernforschung, CERN (Conseil Europeen pour la Recherche Nucleaire), in Genf teil. Mitte Juni 1950 trat Bohr mit einem Offenen Brief an die Vereinten Nationen an die Öffentlichkeit. Er forderte darin einen freien Austausch aller wissenschaftlichen Informationen zwischen den Völkern, damit die aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen gleichzeitig auftauchenden tödlichen Gefahren für die Zivilisation überwunden würden. 1957 erhielt Bohr für seine Engagement für eine friedliche Atompolitik den "U.S. Atoms for Peace Award".
Niels Bohr starb am 18. November 1962 in Kopenhagen.
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