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Taylor-Couette-Strömung
Kurzbeschreibung
Die Taylor-Couette-Strömung gehört zu den klassischen Problemen der Strömungsmechanik. Der
dazugehörige Versuch besteht aus einem großen hohlen Plexiglaszylinder, in dem ein weiterer etwas
kleinerer Zylinder steckt. Die beiden Zylinder sind koaxial gelagert. Der innere Zylinder kann von einem
Motor angetrieben werden. Um den Motor zu betreiben kann ein Heinzinger-Netzgerät verwendet werden.
Zwischen den beiden Zylindern befindet sich eine Flüssigkeit mit hoher Viskosität (z.B. Öl
oder Wasser mit 50% Glyzerin). Um Bewegungen im Öl sichtbar zu machen, werden Metallspäne
hinzugegeben.
Wird der innere Zylinder nur langsam gedreht, so sieht man die erwartete laminare Strömung.
Ab einer kritischen Geschwindigkeit (bei etwa 4 V) bildet sich eine Wirbelströmung, die aus
achsensymmetrischen, torusförmigen, sich entgegengesetzt drehenden Wirbeln besteht. Es entsteht so
der Eindruck von übereinander gelagerten Ringen.
Physikalische Erklärung
Durch die Zentrifugalkraft werden die weiter innen liegenden Teilchen nach außen getrieben. Dieser Bewegung
wirkt die Viskosität des Öls entgegen. Ab einer kritischen Drehzahl/Geschwindigkeit wird die klassische
Couette-Strömung instabil und es entstehen achsensymmetrische, torusförmige, sich entgegengesetzt
drehende Wirbel. Dies geschieht, da nun die Zentrifugalkraft überwiegt. Somit strömen innere Teilchen
nach außen. Dort werden sie wieder langsamer (d.h. auch ihre Winkelgeschwindigkeit und somit die auf sie
wirkende Zentrifugalkraft wird kleiner) und nach innen verdrängt. Somit entstehen Wirbel, wie die folgende
Abbildung zeigt. Hier wurde ein Schnitt durch den Spalt zweier Doppelwirbel gemacht und die Wirbel werden
planar dargestellt. Der innere Zylinder befindet sich links, der äußere rechts.

Von außen betrachtet sieht man die Teilchen in den Ringen schräg wandern, da die Teilchen auch weiterhin
um den inneren Zylinder beschleunigt werden.

Grafik aus: http://www.uni-muenster.de/Physik.AP/Purwins/DE/TaylorCouette-de.html (Stand 20.09.2010)
Mathematisch lässt sich die Bedingung für die Wirbelbildung folgendermaßen beschreiben:
Fz >Fv, wobei Faz die Zentrifugalkraft und Fv die viskose
Widerstandskraft ist.
Mit ρ als Dichte, ω als Winkelgeschwindigkeit, l als Schichtdicke, μ als dynamische Viskosität,
v als kinematische Viskosität, R als Radius des inneren Zylinders und C als Potentialwirbel ergibt sich somit

Betriebsanweisungen:Elektrogeräte, drehende Teile, Slikonöl



