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Karl Wilhelm Meissner (1891 - 1959)

deutscher Physiker
Karl Wilhelm Meissner wurde am 15. Dezember 1891 in Reutlingen geboren. Er besuchte das humanistische Gymnasium seiner Geburtsstadt, bis er 1910 ein Physik und Mathematikstudium an der Universität Tübingen begann. Im Sommer 1903 wechselte er für ein Jahr nach München und kehrte 1914 nach Tübingen zurück. Noch als Student gelang es ihm im gleichen Jahr die Existenz von Sauerstoff im Sonnenspektrum nachzuweisen. Nach seiner Promotion 1915 war er im Schuldienst tätig bis er 1916 eine Assistentenstelle an der Universität Zürich annahm. Hier habilitierte er sich 1918. Die nächsten Jahre widmete er Spektralanalysen verschiedener Materialien, bis er 1925 eine außerordentliche Professur als Nachfolger Walther Gerlachs in Frankfurt/Main erhielt. 1928 wurde er zum ordentlichen Professor für Astronomie und zum Direktor der Universitätssternwarte ernannt. 1932 schließlich wurde er zum Ordinarius für Experimentalphysik und Institutsdirektor ernannt. Gleichzeitig hielt er den Lehrstuhl für Astronomie und nahm die Aufgaben des Direktors des Astronomischen Instituts wahr. Er befasste sich vorrangig mit den Gesetzmäßigkeiten und den Feinheiten in den Spektren, sowie den Lichtquellen selbst. Er lieferte mehrere Arbeiten über Lichtbögen und Gasentladung. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten bekam Meissner aufgrund seiner Ehe mit einer Jüdin immer mehr Probleme und wurde 1937 vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Nach vergeblichen Versuchen in der Industrie eine Stelle zu finden emigrierte er im November 1938 in die USA und begann als Assistant Professor am Worcester Polytechnic Institute. Von 1941 an war MEISSNER an der Purdue University in Lafayette/Indiana tätig. Zuerst als Visiting Professor und nach seiner Einbürgerung in die USA als Professor und Leiter des Spektroskopie-Laboratoriums. Hier war er bis zu seinem Tode tätig. Er verstarb am 13. April 1959 an Herzversagen.
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