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Feodor Felix Konrad Lynen (1911 - 1979)

deutscher Biochemiker

Feodor Lynen wurde am 6. April 1911 in München geboren. Er stammt aus einer alten Familie von Metallwerkmeistern, welche eine Messing-, Nadel- und Knopffabrik im Aachener Raum besaß. Sein Vater V. Lynen (1881 - 1921) war Professor für Maschinenbau an der Technischen Hochschule München (heute Technische Universität München). Aufzeichnungen über das Leben und Wirken von Feodor Lynen sind erst mit seinem Studienbeginn 1930 an der Universität München zu finden. Hier erhielt er bis 1934 eine Ausbildung in der klassischen Chemie. Seine Dissertation behandelte die Giftstoffe des Knollenblätterpilzes. Nach seiner Promotion arbeitete er ab 1937 als Stipendiat der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft im chemischen Laboratorium der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Hier entdeckte er die positive Sauerstoff-Kontrolle der Atmungsketten-Phosphorylierung in Hefe, sowie die Oxalbernsteinsäure als Zwischenstufe im Oxalat- und Tricarbonsäurewechsel. Diese bedeutenden Arbeiten Lynens, mit denen er sich 1941 habilitierte, wurden erst später über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Ab 1942 leitete er als Dozent die Abteilung Biochemie des chemischen Staatslaboratoriums an der Universität München und wurde 1947 zum außerordentlichen Professor für Biochemie berufen. 1951 gelang ihm die Isolierung aktiver Essigsäure aus Hefezellen. Im Jahre 1956 erhielt Feodor Lynen einen Ruf als ordentlicher Professor für Biochemie und wurde als Direktor des für ihn geschaffenen Max-Planck-Instituts für Zellchemie in München eingesetzt. 1958 identifizierte er Isopentenylpyrophosphat als Baustein der Terpene und des Cholesterins. Für seine Arbeiten über den Mechanismus und die Regulierung des Cholesterin- und Fettsäurestoffwechsels erhielt Feodor Lynen zusammen mit Konrad Emil Bloch (1912 - 2000) den Nobelpreis für Physiologie / Medizin des Jahres 1964. Von 1972 bis zu seiner Emeritierung 1979 leitete er als Direktor im Max-Planck-Instituts für Biochemie, Martinsried die Abteilung Enzymchemie und Stoffwechsel. Als Präsident verschiedener Gesellschaften der Wissenschaft hat Feodor Lynen Talente und Kontakte gefördert, durch die nicht nur sein eigenes Fach, sondern die gesamte Wissenschaft und Forschung in Deutschland wieder Geltung und Statur erhielten. Er hat mit hoher Intuition Kernfragen seiner Zeit erkannt und in vielen Fällen Richtungen gewiesen, die heute so gängig sind, dass sie Lehrbuchgültigkeit erworben haben.

Feodor Lynen verstarb im Jahre seiner Emeritierung am 6. August 1979 in München.

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