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TUM School of Natural Sciences
Vorlesungsbetrieb Experimentalphysik

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Johann Heinrich Lambert (1728 - 1777)

deutscher Astronom, Physiker, Mathematiker

Johann Heinrich Lambert wurde am 26. August 1728 in Mühlhausen (damals Schweiz) geboren. Als armer Schneiderssohn musste er schon in jungen Jahren in seines Vaters Werkstatt mitarbeiten, bis er eine Stelle als Hilfsschreiber Stadtkanzlei und im Büro eines Eisenwerkes bekam. 1745 verließ er seine Heimatstadt und begann auf der Suche nach Wissen und Arbeit durch die Lande zu wandern. So bekam er eine Schreiberstellung bei Professor Iselin in Basel, dann wurde er als Hausleherer beim Reichsgrafen Peter von Salis in Chur angestellt. Als Mitglied der physikalisch- mathematischen Gesellschaft zu Basel publizierte der Autodidakt 1755 seine erste wissenschaftliche Arbeit. Nach Reisen durch verschiedene europäische Städte wie Göttingen, Utrecht, Paris, Marseille, Nizza und Mailand sowie im afrikanischen Tunis kehrte er 1758 wieder nach Chur zurück, bevor er Ende 1763 nach Leipzig und von dort 1764 im Februar nach Berlin kam. Hier traf er auf namhafte Schweizer Wissenschaftler wie Daniel Bernoulli (1700–1782), Leonhard Euler (1707–1783) und Johann Georg Sulzer (1720–1779), die an der preußischen Akademie wirkten. Mit seiner Einführung in die Berliner Akademie der Wissenschaften am 24. Januar 1765 gab er alle weiteren Reisepläne auf. Es brauchte einige Zeit, bis Friedrich II sich an Lambert gewöhnte, dann aber begann er, seine vielseitigen Fähigkeiten zu schätzen und machte ihn zum Oberbaurat und Mitglied des Kollegiums zur Oberaufsicht über die allgemeine Landesverbesserung und das Landesbauwesen. Als Mitglied der physikalischen Klasse der Akademie und später als Oberbaurat erhielt er ausreichende Bezüge, um seßhaft zu werden und sich ganz seinen vielfältigen wissenschaftlichen Interessen zu widmen. Wenn er auch nur die letzten 13 Jahre in Berlin verbrachte, so waren gerade diese reich an Ergebnissen auf den Gebieten Mathematik und Physik, der Astronomie und der Philosophie. Als Lambert sich in Berlin niederließ, hatte er sich bereits mit seinen »Kosmologischen Briefen« (1761) und einem zweibändigen »Neuen Organon« (1764) einen Namen gemacht. In Berlin verfaßte er weitere 52 Abhandlungen, Artikel und Beiträge. Seine bedeutendsten Arbeiten waren die »Beiträge zum Gebrauche der Mathematik und deren Anwendung«, sowie Werke wie die »Photometrie« (1769) und die »Pyrometrie« (1777). In der Meteorologie befaßte sich Lambert besonders mit dem Wasserdampfgehalt der Luft. Er prägte den Namen "Hygrometer". Auch untersuchte er die Jahresgänge von Temperatur und Feuchte und stellte beide graphisch dar

Er verstarb am 25. September 1777 in Berlin.

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